Gewinnerlose vom 27. Sommerfest

Die Preise liegen gegen Vorlage des Loses zur Abholung bereit.

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Termine

25. September 2016

Verleihung Integrationspreis

17:00 Uhr  Mehr...

 
27. September 2016

Frank Hammer: Geschichten aus der Loopingzeit - eine Lesung

18.00 -20.00 Uhr Mehr...

 
27. September 2016

DIE LINKE und die Polizei

18.00 - 20.00 Uhr Mehr...

 
 

Öffnungszeiten

Mo: 10.00 – 14.00 Uhr
Di:  10.00 – 17.00 Uhr (Kassenöffnung)
Mi:  10.00 – 14.00 Uhr
Do: 10.00 – 17.00 Uhr
Fr:  10.00 – 14.00 Uhr

 

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Bessere Kita-Betreuung

LINKE: Für Potsdamer Kinder Verantwortung übernehmen

Babys wickeln, herumtollende Kinder beschäftigen, ein weggelaufenes Kind einfangen und zwei Elterngespräche führen – und alles gleichzeitig. Diese Aufgabe stellte AWO-Geschäfts- führerin Angela Basekow als einer der Träger von Kindereinrichtungen in Potsdam ankom- menden Stadtverordneten zur SVV auf dem Flur vor dem Plenarsaal. Und auch Dr. Sigrid Müller stellte sich der Aufgabe, die die Überforderung der Kita-Erzieher_innen vorführen sollte. Die LINKE hatte sich nicht zum ersten Mal der Sorgen von Eltern und Erzieher_innen angenommen, die wegen der Unterversorgung mit Betreuungspersonal Alarm schlugen. Diesmal hatte sie Forderungen der Elterninitiative „JETZT! Für bessere Kita- Betreuung in Potsdam“ aufgegriffen und noch weitere Fraktionen der SVV hinter einem Antrag versammelt, der nach dem lautstarken Protest vor dem Rathaus, flankiert von einer 8000 Unterschriften starken Online-Petition und der eindringlichen Beschreibung der Eltern- initiativ-Sprecherin Wiebke Kahl, einstimmig beschlossen wurde. Gemäß ihrem Selbstverständnis ging denn auch Stefan Wollenberg in seiner Antragsbegründung für die LINKE über die zuvor vom Oberbürgermeister gegenüber den Demonstranten und David Kolesnik (SPD) in der Debatte hinaus, die die Verantwortung für die Ausstattung der Kitas mit den erforderlichen Personalkosten allein im Land sehen.

Stefan Wollenberg: „Wir sind gemeinsam in der Verantwortung.“ Die Ergebnisse der aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung, Kita Zoom, belegten einmal mehr, dass in Pots- dam (durch einen größeren Anteil berufliche Bindung beider Elternteile) ein höherer Be- treuungsbedarf als durchschnittlich im Land bestehe. Darüber hinaus seien aber auch die Kindereinrichtungen in Potsdam unterschiedlich mit Personal ausgestattet. Daher formuliert der Antrag, dass ermittelt werden soll, mit welchem finanziellen Aufwand sich der vom Kita-Gesetz vorgegebenen Personalschlüssel von 1:5 (bei 0- bis 3-Jährigen) und 1:12 (bei 3- 6-Jährigen) zu jeder Zeit und in jeder Gruppe in Potsdam realisieren lässt. „Wir haben es schon mehrfach erfolgreich praktiziert, nicht nur ans Land zu appellieren, sondern auch als Stadt selbst aktiv zu werden”, sagte Wollenberg weiter und erinnerte an die Einrichtung eines Lehrer-Vertretungsfonds und zusätzlicher Schulsozialarbeiter. Empfohlen wird in dem Beschluss auch die Konstituierung eines Elternbeirates für Kitas in der Landeshauptstadt. Er erhält die Möglichkeit, mit beratender Stimme im Jugendhilfeausschuss zu arbeiten und sich so direkt in die Diskussion zu Kita-Themen einzubringen. Die LINKE werde sehr darauf achten, dass der einstimmig gefasste Beschluss nicht bloß ein Bekenntnis ist, sondern diesem auch Taten folgen, versprach Wollenberg.

Aus der SVV

60 km/h auf der Nuthestraße (beschlossen)

Da die Bemühungen um Lärmschutzmaßnahmen an der Nuthestraße bisher ohne Erfolg geblieben sind, so Dr. Hans-Jürgen Scharfenberg, beantrage die LINKE die Einführung einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 km/h im Bereich des Wohngebietes Am Stern in den Nachstunden. Die Übernahme eines Ergänzungsantrages der Grünen, die Geschwin-digkeitsbegrenzung auf die gesamte Nuthestraße auszudehnen, lehnte die LINKE ab, da ein solches Ausmaß nicht so einfach realisierbar wäre. Es komme auf den Lärmschutz für das Wohngebiet an, begründete Scharfenberg. Der Antrag wurde beschlossen, entsprechende Gespräche mit dem Land zu führen und im November über deren Ergebnisse zu berichten.

Humboldtring/Babelsberger Straße (beschlossen)

Zur Situation der Fußgänger und Radfahrer auf der Babelsberger Straße zwischen Humboldtring und Langer Brücke hatte André Noack für die LINKE den Antrag eingebracht, mit dem die Verwaltung Maßnahmen zur Verbesserung deren Sicherheit aufzeigen soll. Die Möglichkeit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h ist zu prüfen. Im Dezember soll über das Prüfergebnis informiert werden.

Schopenhauerstraße (abgelehnt)

Nach den Ausschüssen für Klima, Ordnung, Umweltschutz und ländliche Entwicklung und dem für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr hat auch die Stadtverordnetenversammlung den Antrag der LINKEN abgelehnt, Möglichkeiten zu untersuchen, wie der nördliche und der südliche Teil der Schopenhauerstraße wieder an die Charlottenstraße angebunden werden können.

Wohnungstauschzentrale für Potsdam (überwiesen)

Eine Wohnungstauschzentrale für ganz Potsdam schlägt die LINKE vor. Dies sei einer der Punkte zur Umsetzung des Wohnungspolitischen Konzeptes der Landeshauptstadt, sagte Dr. Hans-Jürgen Scharfenberg bei der Antragsbegründung. Unter Regie der Stadt müsse mit Beteiligung aller Wohnungsunternehmen eine zentrale Anlaufstelle geschaffen werden, die den Wohnungstausch innerhalb der ganzen Stadt erleichtert. Der Antrag wurde inden Hauptausschuss und den Ausschussfür Gesundheit, Soziales und Inklusion überwiesen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Norbert Müller: Warum ich meinen Hut in den Ring werfe

Norbert Müller wurde mit 91,6 % zum Direktkandidaten der LINKEN im Bundestagswahlkreis 61 gewählt. Hier sind seine Beweggründe für eine erneute Kandidatur.

Es macht einen Unterschied, ob es Potsdam und dem Umland einen LINKEN-Abgeordneten gibt oder nicht. Wer sonst verhindert Schießanlagen mitten im Siedlungsgebiet, am Rande der Döberitzer Heide, setzt sich für eine lebenswerte und an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtete Innenstadt ein, die nicht nur für die Eliten da ist und bekennt, wenn nötig, Woche für Woche Farbe gegen neue und alte Nazis. In den kommenden Jahren gilt es die ‪Bundespolitik‬ zu verändern, damit die ‪Mieten‬ in der Landeshauptstadt wieder bezahlbar, prekäre Arbeit zurückgedrängt und Armut von Kindern, Menschen mit und ohne Arbeit und von Rentnerinnen und Rentnern überwunden wird.

Ein solidarisches ‎Potsdam‬ für Alle muss auf die soziale und kulturelle ‎Freiheit‬ ihrer Bewohnerinnen und Bewohner aufbauen. Gerade in unserer wachsenden Hauptstadtregion mit ihrem prosperierenden Umland, von Ludwigsfelde, über Werder bis Fahrland müssen die Menschen wieder mehr zählen als Profite.

In den vergangenen Jahren habe ich mich für ein bundesweites Qualitätsgesetz für ‪‎Kitas‬ eingesetzt, von dem auch die Potsdamer Kitalandschaft profitieren würde. Endlose Wartelisten durch zu wenige Plätze und hohe Beiträge zeigen, dass schnell ein stärkeres Engagement des Bundes notwendig ist. Investitionen in die Zukunft der Kinder unserer Stadt sind sinnvoller, als 12 Millionen Euro für eine Kopie der Garnisonkirche.


+++ Die August-Ausgabe von Potsdams anderen Seiten +++

 

 

 

  • Mit menschlichem Maß: Lothar Bisky zum 75. Geburtstag
  • „Potsdam bekennt Farbe“: Refugees welcome – für Weltoffenheit und Toleranz!
  • Norbert Müller soll unser Mann im Bundestag bleiben
  • Bürgerhaushalt 2017: Auftakt zur Vorschlagsvotierung
  • Bürgerbegehren zur Potsdamer Mitte „rechtlich unzulässig“
  • Hitze, kluge Texte und Talks „with friends“

und vieles mehr

 

Zum Download als pdf

Hitze, kluge Texte und Talks „with friends“

Impressionen vom „Sommerfest der LINKEN 2016“ in der Landeshauptstadt

Man, oh Man – das war ein heißer Tag. Die Sonne meinte es übergut mit uns zum Sommerfest am 27. August in Potsdam. Regen Zulauf hatten die „Dampfer“ der Weißen Flotte und sicher auch die Stellen an der Havel, die die Badelustigen anlockten. Trotzdem besuchten im Durchschnitt runde 3.000 Interessierte das traditionelle Fest der LINKEN.

Kulturell wurde der Nachmittag von den MusikantInnen der Gruppe „Gehirn mit Reis“ und der jungen Poetin Katja Hoffmann umrahmt – beide mit lockeren Texten und vor allem guter Musik. Wie in jedem Jahr warteten die Besucher auf die Talk-Runden, übrigens gekonnt moderiert jeweils von Christian Wienert, Matthias Krauss und Dr. Detlef Nakath. Da stand die Ex-Ministerin Anita Tack (MdL) Rede und Antwort zu ihrem Buch „Enkeltauglich“. Sehr aufschlussreich auch der Talk mit Justizminister Stefan Ludwig (DIE LINKE) zum Thema „Whistleblowing aus linker Sicht“.

Mit Spannung erwartet wurde der Dialog – angekündigt unter „Scharfenberg and friends“ - zwischen dem neuen Sozialdezernenten Mike Schubert (SPD) und dem Fraktionschef der LINKEN in der SVV, Dr. Hans-Jürgen Scharfenberg. Erstaunlich für viele Anwesende wie die beiden langjährigen Kontrahenten in der SVV miteinander umgingen. Scharfenberg sicherte Schubert für die Anlaufzeit in der neuen Funktion einen fairen Umgang zu. Und er betonte, dass die LINKEN eben im Sozialresort ihren „natürlichen Verbündeten“ sehe. Speziell wenn es um Wohnen und/oder Kita-Plätze gehe. Und Schubert versprach, dass für ihn Fraktionsgrenzen in der fachlichen Arbeit eine untergeordnete Rolle spielen.

Beim Schwerpunkt „Zukunft der Potsdamer Mitte“hörten die Besucher -  während an einem Stand in der Nähe der Bühne die MitstreiterInnen von „Potsdamer Mitte neu denken“ den Gästen das erfolgreiches Bürgerbegehren zum Erhalt des Hotels „Mercure“, der Fachhochschule und des Staudenhof-Wohnkomplexes erläuterten - auf der Bühne von „Kompromissen“. Scharfenberg schlug z. B. vor, die Fachhochschule teilweise abzureißen und den stehenbleibenden Teil mit einer „öffentlichen Funktion“ zu versehen.  Und Schubert legte nach, dass ein Ausverkauf nicht eintreten dürfe. Und das Hotel müsse auch „nicht heute oder morgen“ weg, so Mike Schubert. Töne also, die trotz Hitze aufhorchen ließen.
Das Politprogramm nahm – nach einer Sondervorstellung des Landratskandidaten Klaus-Jürgen Warnick für Potsdam-Mittelmark – seinen Abschluss mit einer großen Runde der brandenburgischen Bundestagsabgeordneten der LINKEN. Darunter auch der Potsdamer Norbert Müller.

Norbert Müller übernahm zum Abschluss des Nachmittags auch die große Auslosung der traditionellen Tombola. Auf der Bühne hatten inzwischen die Bands „Diskoballs“ und Rantanplan“ aufgebaut. Und mit wesentlich mehr Lautstärke ging es dann in den krönenden Abschluss des „Red Summer Day 2016“-Abend.

Presse:

Sommerfest der LINKEN mit viel Raggae und Diskussionen im Neuen Lustgarten in Potsdam

MAZ: 3000 Besucher beim Linke-Sommerfest

PNN: Vorschläge zur Güte

Der Bürgerhaushalt geht in die nächste Runde

Die Vorschlagssammlung zum Bürgerhaushalt 2017 der Landeshauptstadt Potsdam ist abgeschlossen. In der Zeit vom 28. April bis 29. Mai 2016 sind mehr als 1100 Hinweise, Ideen und Anregungen bei der Verwaltung eingegangen. In der Zeit vom 15. August bis 13. Oktober 2016 werden die 20 wichtigsten Vorschläge der Bürgerschaft für den Stadthaushalt 2017 ermittelt. Dabei können sich alle Potsdamerinnen und Potsdamer bei einer stadtweiten Umfrage beteiligen. Teilnahmeberechtigt sind alle Einwohnerinnen und Einwohner mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in Potsdam ab 14 Jahren. Pro Person dürfen pro Kategorie maximal fünf Punkte vergeben werden. Das Ergebnis der Abstimmung wird am 2. November 2016 der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung zur finalen Entscheidung vorgelegt.Lesen Sie hier die Titelvorschau der "Liste der Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger": weiterlesen

„LAG SozialGesund Brandenburg in Potsdam gegründet.

2 Jahre dämmerte die LAG Gesundheit und Soziales im Dornröschenschlaf. In der zwischen Zeit stieß das Gesundheitssystem weiter an seine Grenzen. Die Gier nach Profit, auf Kosten von Personal und Patienten nehmen zu. Potsdam wird, was angemessenes Wohnen angeht, unbezahlbar. Das Tafelsilber in den Kommunen des Landes wird auch weiter vergoldet! Themen die uns alle bewegen, interessieren, wir aber zu wenig tun, sagen, kaum bewegen, um etwas zu ändern.  Wir laden euch herzlichst ein, aktiv mitzuarbeiten. Die LAG SozialGesund Brandenburg, gegründet im Mai 2016, wird sich wieder aktiv um diese Themen kümmern und daran arbeiten, zukunftsorientierte Lösungen zu erarbeiten und diese zur Diskussion zu stellen.Nur eine starke, breit aufgestellte Gemeinschaft ist in der Lage, die unterschiedlichsten Standpunkt, Meinungen und Ansätze zu vereinen und neue Strategien zu entwickeln.  

Wir freuen uns auf Dich. Die erste Mitgliederversammlung findet übrigens am 6. August 2016 um 15:00 Uhr, Kreisgeschäftsstelle DIE LINKE.Potsdam, Dortustraße 53 statt.

Interessierte Genossinnen und Genossen, Bürgerinnen und Bürger sind jederzeit willkommen mit zu arbeiten. Erreichen könnt ihr die LAG SozialGesund Brandenburg per E-Mail oder auf Facebook.   

Tausende denken die Mitte neu - LINKE erneut mit Antrag für Mercure-Erhalt

Einen großen Karton mit neun Ordnern und tausenden eingehefteten Unterschriftenlisten brachte die Initiative „Potsdamer Mitte neu denken“ zu Beginn der Stadtver-ordnetenversammlung in den Plenarsaaldes Stadthauses. 17017 Unterschriften hat die Initiative gesammelt, tatkräftig unterstützt auch von der Fraktion der LINKEN und der aNDE-REN, die sie dem Wahlleiter Matthias Förster übergab. Dabei betonten die Protagonisten in kurzen Statements am Mikro noch einmal, worum es ihnen mit ihrer Gegenbewegung gegen das „Leitbautenkonzept zur Annäherung an die historische Mitte“ geht: Nicht vordergründig DDR-Architektur solle gerettet, sondern der öffentliche Raum bewahrt und vor der Veräußerung in Privatbesitz geschützt werden.

Genau darum geht es! Die Initiative will vor allem den Verkauf weiterer Grundstücke in der Mitte Potsdams verhindern und die bestehenden Bauten wie Fachhochschule und Staudenhof erhalten. Matthias Förster wird nun die Rechtmäßigkeit der Fragestellung für das Bürger-begehren rechtlich bewerten lassen und überprüfen, ob das Quorum von 10 Prozent der wahlberechtigten Potsdamerinnen und Potsdamer mit gültigen Unterschriften erreicht wurde, das wären 13600. Dann wird die Stadtverordnetenversammlung darüber abstimmen. Bei vermutlicher Ablehnung würde ein Bürgerentscheidingeleitet werden, bei dem dann allerdings 25 Prozent der Wahlberechtigtenzustimmen müssten (rd. 34000 Potsdamer).

Vor diesem Hintergrund brachte die LINKE erneut einen Antrag ein, auf den Abriss des Mercure zu verzichten. Dr. Hans-Jürgen Scharfenberg erinnerte in der Antragsbegründung daran, dass mit dem Beschluss zur Änderung der Sanierungsziele im März der Oberbürgermeister innerhalb von vier Monaten ein Finanzierungskonzept für den Erwerb und den Abriss des Hotels vorlegen sollte. Nach zwischenzeitlicher Information des Oberbürger-meisters gebe es allerdings keine Verkaufsabsichten des damaligen Eigentümers. Der danach vollzogene Eigentümerwechsel des Pakets von zehn ehemaligen Interhotels der DDR für 60 Millionen Euro pro Hotel lege nahe, dass die Stadt diesen Betrag mindestens aufbringen müsste. Unter Berücksichtigung der Beschlusslage, die den Einsatz städtischer Mittel ausschließt, muss von dem Sanierungsziel „Abriss des Mercure“ Abstand genommen werden.

Wir müssen linke Antworten auf den rechten Zeitgeist finden

von Gesine Dannenberg, Stadtverordnete für DIE LINKE.Potsdam

„Wenn der Zeitgeist von rechts kommt, dann müssen wir ihn ändern“ – unter diesem Motto stand die Diskussion am 31. Mai, zu der DIE LINKE.Potsdam eingeladen hatte. Dass der Zeitgeist sich nach rechts verschoben hat, ist eine ernstzunehmende Analyse. Thomas Falkner verwies auf aktuelle Brandenburger Umfragen, die zeigen, dass viele Menschen die AfD nicht problematisch finden. Hinzu komme die Herausforderung, dass die AfD hier gar keinen Regierungsanspruch verfolge, sie wolle nur Themen benennen, so Sebastian Walter.

Die Diskussion darüber, was alle politische Linken gegen einen Zeitgeist tun können, in dem die Menschen Ausgrenzung und Diskriminierung der AfD in Kauf nehmen, verband sich an diesem Abend schnell damit, warum bisherige linke Politik in Brandenburg einen vermehrten Zuspruch für die AfD nicht verhindern konnte. Hätte sie das überhaupt geschafft? Schließlich ist der Rechtsruck längst ein europäisches Problem. Und: sind deren Wähler/innen überhaupt Menschen, die unsere Werte teilen, die Rat bei uns suchen würden? Immerhin mobilisierte die AfD die meisten Nichtwähler/innen; und unter diesen gibt es viele, für die wir politisch einstehen.

Enttäuschung bei denen, die vom großen Kuchen des Reichtums dieser Bundesrepublik wenig abbekommen, ist verständlich. Jörg Schindler führte hierzu aus, dass die Menschen im Osten durch eine zweifache Enttäuschung geprägt seien: ein Hochhalten des wiedervereinten Deutschlands nach der Wende, welches viele allein ließ, als es darum ging, sich im neuen System einfinden zu müssen. Zweitens die Reformen der Agenda 2010: abermals konnten sich viele nicht auf den Sozialstaat, auf die deutsche Politik, verlassen. Aber auch Schindler weiß: Diese Erklärungen reichen nicht aus.

Solche Analysen, Fragen sowie Lösungsvorschläge der politischen Linken müssen besprochen werden zusammen mit der Frage: für wen machen wir Politik? Wenn wir uns dafür entscheiden, in Brandenburg (auch in Regierungsverantwortung) Politik mit linkem Anspruch für so viele wie möglich zu gestalten, sind wir dann eine Volkspartei? Oder sollten wir uns stärker auf eine ganz bestimmte Klientel fokussieren, deren Verbesserung ihrer Lebensumstände unser erstes Ziel ist, ob nun in Regierung, Opposition oder außerhalb des Parlamentes? Und: was ist in der aktuellen gesellschaftlichen Situation eigentlich linke, fortschrittliche Politik, die für die politischen Fragen unserer Zeit gewappnet ist? Es gilt, endlich konzentriert darüber nachzudenken und mit Mut und Selbstbewusstsein Antworten laut zu formulieren.

(Mit dem Publikum diskutierten: Jörg Schindler, stellv. Landesvors. der LINKEN in Sachsen-Anhalt, Sebastian Walter, stellv. Landesvors. der LINKEN in Brandenburg und Thomas Falkner, Referent der Landtagsfraktion DIE LINKE in Brandenburg.)

„Antigenderismus“ der AfD beschwört einen Werteverfall, der keiner ist

Mit Unterstützung der LINKEN.Potsdam, der Wählergruppe DIE aNDERE, der FDP Potsdam sowie der Potsdamer SPD-Stadtfraktion hatte am 5. April primaDonna -- das Frauen-, Kultur- und Bildungsprojekt des Autonomen Frauenzentrums Potsdam e.V. -­- eingeladen, um mit dem Soziologen Andreas Kemper über das „Frauenbild (in) der AfD“ zu diskutieren. Dabei wurde deutlich: die AfD liefert in ihren frauen- und familienpolitischen Vorstellungen verkürzte und antipluralistische Antworten auf die Vielfalt individueller Lebensentwürfe und spielt auch hier mit der Angst vom Untergang "deutscher" (Familien-)Werte.   Anhand eines Videomitschnitts der Bewerbungsrede für den AfD-Bundesvorstand von Alice Weidel dekonstruierte Kemper zu Beginn die inhaltlichen Positionen der AfD. Weidel transportiert darin eine „Anti-Genderpolitik“. Der sogenannte „Anti-Genderismus“ als Bewegung lehnt gendersensible Politik ab, bevorzugt mit einem konservativen, katholisch geprägten Werteverständnis die „klassische“ heterosexuelle Vater-Mutter-Kind(er)-Familie. Familie wird zudem als „Keimzelle der Nation“ stilisiert, so Kemper. Solche Haltungen finden sich auch in der Neuen Rechten. Die Bewahrung solcher Vorstellungen rangieren innerhalb eines abgesteckten nationalen Rahmens mit „deutscher Leitkultur“ (Wahlprogramm AfD Baden-Württemberg, S. 5).   Es ist für mich unverständlich, weshalb Frauen wie Alice Weidel, Frauke Petry, oder Beatrix von Storch für die AfD einstehen. Denn Kemper legte weiter offen, dass sie persönlich, und das ist fast schizophren, für das Gegenteil des AfD-Frauenbildes stehen, nämlich für vielfältige Lebensformen von Frauen: Alice Weidel lebt zusammen mit einer Frau, mit der sie laut Kemper zwei Kinder adoptiert hat. Frauke Petry ist bekanntlich geschieden und lebt in einer Patchwork-Familie, Beatrix von Storch wiederum hat überhaupt keine Kinder.

Auf erstaunliche Weise ignorieren die AfD-Akteur_innen diesen Umstand. Oder sie nehmen es wissentlich zugunsten ihrer deutschtümelnden, reaktionär-nationalistischen Haltungen hin: die Positionen der AfD zur Rolle der Frau sind weder überzeugend noch sind sie vereinbar mit einer aufgeklärten, progressiven und linken Frauen- und Genderpolitik. Es gilt in diesem Bereich stattdessen, jedem Menschen mithilfe kluger Politik die Entscheidung über die Gestaltung des eigenen Lebens möglichst weitgehend selbst zu überlassen, ohne jegliche finanzielle oder moralische Diskriminierung. Gleichzeitig geht es in Partnerschaften mit Kindern natürlich auch um das Wohl des Kindes. Dieses Wohl ist aber nicht grundsätzlich dann gesichert, wenn die Erziehungsberechtigten aus einer Frau und einem Mann bestehen, sondern dann, wenn das Kind in einer Umgebung aufwachsen kann, in der es die notwendige Zuwendung, eine aufgeklärte Erziehung und Liebe erfährt.

Gesine Dannenberg