Dirk Harder: Für eine Stadt die Dir gehört

Warum der Genossenschaftsgedanke so wichtig ist – und was das für unsere Stadt bedeutet Was wäre, wenn unsere Stadt nicht nur ein Ort wäre, an dem wir leben – sondern ein Ort, der wirklich uns allen gehört? Nicht im Be- sitzsinn, sondern im Politischen, im Sozialen, Im ganz Konkreten. Dieser Gedanke lässt mich nicht los – und genau deshalb begeistert mich die Idee der GENOSSENSCHAFT.

Genossenschaften funktionieren anders: Sie gehören denen, die sie nutzen. Sie sind unabhängig, eigenverantwortlich, solidarisch. Sie handeln nicht für Investoren oder zur Gewinnmaximierung, sondern für die Menschen, die darin leben, wohnen, arbeiten. Warum sollte das nicht auch für eine Stadt gelten?

Ich bin überzeugt: Eine Stadt, die Dir gehört, denkt anders. In einer solchen Stadt steht nicht die Frage im Vordergrund, ob et- was betriebswirtschaftlich „Sinn macht“. Sondern: Was brauchen die Menschen hier wirklich? Wenn etwa die ViP darüber entscheidet, ob ein Bus an einer wenig angefahrenen Haltestelle halten soll, dann darf das nicht nur eine Frage der Kosten sein. Denn Mobilität ist kein Geschäftsmodell – sondern eine Voraussetzung für Teilhabe, für Selbstbestimmung, für Lebensqualität. Und dieser Gedanke geht noch weiter: Öffentliche Einrichtungen müssen allen zur Verfügung stehen – nicht nur denen, die gelernt haben, sich durch Anträge, For- mulare und Hürden zu kämpfen. Eine Stadt, die Dir gehört, stellt keine Hürden auf. Sie fragt nur: Bist Du hier? Dann gehörst Du dazu. In einer Stadt, die Dir gehört, gibt es im Sommer überall Schatten und Trinkwasser – weil Hitze- schutz kein Luxus ist.

In einer Stadt, die Dir gehört, bekommen alle Kinder ein warmes Mittagessen in der Schule – unabhängig vom Geldbeutel der Eltern. Und in einer Stadt, die Dir gehört, werden Vereine, Träger und Initiativen nicht ständig in ihrer Existenz infrage gestellt – sondern gezielt unterstützt. Weil sie wichtige Arbeit für unser Zusammenleben leisten. Für eine Stadt, die Dir gehört – das heißt auch: eine Stadt, die zuhört. Ich bin überzeugt, dass die Verwaltung nach genossenschaftlichen Prinzipien demokratischer, gerechter und wirksamer sein kann. Eine Stadt, die allen gehört, ist eine Stadt, die niemanden zurücklässt. Deshalb will ich als Oberbürgermeister den Genossenschaftsgedanken durchsetzen – eben nicht als Schlagwort, sondern als Haltung. Eine Haltung, die Dich, Deine Nachbarinnen und alle Potsdamerinnen ins Zentrum stellt.

(Dirk Harder, Potsdams andere Seiten, August 2025)http://dirk-harder.de