Bildung und Teilhabe dürfen kein Gang durchs Bürokratie-Labyrinth sein

Die bereits geäußerte Kritik der Sozialverbände an den geplanten Kürzungen u.a. beim Schulmittagessen zeigt, wie wichtig der Erhalt dieser Maßnahmen ist. Daten des Paritätischen Wohlfahrtsverbands machen deutlich, dass viele anspruchsberechtigte Kinder jetzt schon nicht erreicht werden. Bundesweit liegt die Teilhabequote unter 20 Prozent. In Brandenburg sind es rund 11 Prozent. Potsdam bildet mit 9,7 Prozent ein Schlusslicht. Die bestehenden Instrumente unterstützen viele Familien im Alltag nicht zuverlässig.
„Die aktuellen Zahlen zeigen klar, dass das Bildungs und Teilhabepaket für viele Kinder nicht funktioniert. Wenn in Potsdam nur 9,7 Prozent der anspruchsberechtigten Kinder erreicht werden, dann ist offensichtlich, dass Einschränkungen beim Schulmittagessen nicht nur wohlhabende Familien treffen. Sie treffen vor allem diejenigen, die auf Unterstützung angewiesen sind“, erklärt Tobias Woelki, Fraktionsvorsitzender der Linken.
Das Bildungs- und Teilhabepaket soll das Existenzminimum sichern und Teilhabe ermöglichen. In der Praxis scheitert das häufig an komplizierten Verfahren und hohen Zugangshürden.
„Kommunale Entscheidungen müssen diese Realität berücksichtigen. Wird das Schulmittagessen stärker an Anträge gekoppelt, droht der Ausschluss der Kinder mit dem größten Bedarf.“, erklärt Woelki abschließend.
Die Linke setzt sich deshalb für einen stadtweiten Preisdeckel und perspektivisch für ein kostenfreies Angebot ein. Ziel ist, dass alle Kinder gemeinsam essen können und Teilhabe nicht von Bürokratie abhängt.