Räume für Dialog statt Druck auf Kultureinrichtungen

Am Samstag, dem 29.11.25, sollte im Babelsberger Thalia Kino die Veranstaltung „Krieg in Gaza: Bilder eines Völkermords“ stattfinden – eine Dokumentation der britischen BBC, die in Zusammenarbeit mit zwölf Journalisten produziert worden ist. Anschließend sollte eine Diskussion über die Lage der Menschen und die Arbeit der Hilfsorganisationen im Gazastreifen mit dem ehemaligen Präsidenten von Ärzte ohne Grenzen, Dr. Tankred Stöbe, stattfinden. Allerdings wurde die Veranstaltung kurzfristig auf Druck vom Herrn Büttner auf das Thalia Kino abgesagt.

„Wir sind irritiert, dass Herr Büttner in seiner Funktion als Antisemitismusbeauftragter des Landes Brandenburg Druck auf Kunst- und Kulturräume ausübt und Absagen von Veranstaltungen forciert, statt den Dialog zu suchen oder auf bestehende Gesprächsangebote einzugehen.“ sagt Iris Burdinski, Kreisvorsitzende der Linken Potsdam.

Es ist unbestritten, dass das Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellt. Gleichzeitig kann man vor den massiven Kriegsverbrechen der israelischen Armee in Gaza nicht die Augen verschließen. Die von führenden Genozidforschenden vertretene und derzeit vor dem Internationalen Gerichtshof verhandelte Einordnung dessen als Genozid, muss man als eine legitime Äußerung innerhalb eines offenen gesellschaftlichen Diskurses anerkennen.

Tobias Woelki, Fraktionsvorsitzender der Linken Potsdam, ergänzt: „Angesichts der aktuell immer lauter werdenden rechtsextremen Stimmen im gesellschaftlichen Diskurs und der damit einhergehenden zunehmenden Gewalt- und Bedrohungssituationen für von Rassismus und Antisemitismus betroffene Menschen, kommt Kunst und Kultur eine zentrale Rolle zu. Sie bieten Räume der Begegnung und des Aushandelns darüber, wie eine freie und demokratische Gesellschaft aussehen soll. Diese Räume müssen geschützt und gefördert werden, statt sie von offizieller Seite aus zugunsten der eigenen Sichtweise zu kontrollieren.“