Stillstand in bester Lage: Falsche Abhängigkeiten in der Wohnungspolitik

Der Rohbau in der Erika-Wolf-Straße 3 in der Potsdamer Mitte steht seit Monaten still und wird nun für 3,6 Millionen Euro zum Verkauf angeboten. Hintergrund ist die Insolvenz der Projektgesellschaft. Damit ist an prominenter Stelle ein Bauprojekt ins Stocken geraten, auf dem ursprünglich auch Wohnraum zu gedämpften Mieten entstehen sollte. Der Vorgang zeigt einmal wieder, dass private Investoren in grundsätzlichen Fragen nach Verlässlichkeit, Steuerung und Prioritäten in der Potsdamer Wohnungspolitik keinerlei Verantwortung übernehmen.
Vor diesem Hintergrund erklärt Tobias Woelki, Vorsitzender der Potsdamer Linksfraktion:

„In der Potsdamer Mitte zeigt sich einmal wieder, dass man auf private Investoren nicht „bauen, bauen, bauen“ kann, wenn man den Mietenwahnsinn bekämpfen will.
Statt zügiger Schaffung leistbarer Wohnungen und Wohnungen in Sozialbindung, haben wir jetzt eine Luxusruine in bester Lage, die für mehr als 3 Mio € an den nächsten Immobilienhai verscheuert werden soll.“

Anja Günther, Linke Stadtverordnete im Bauausschuss, ergänzt dazu:
„Private Investoren teilen nicht das Interesse der Stadtgesellschaft, sondern möchten Geld verdienen – und das passiert auf dem Rücken der Mehrheit der Potsdamer*innen.
Wir als Linke bleiben dabei: Neubau darf nicht gegen den Schutz von Bestandsmieten ausgespielt werden und in der Wohnungskrise können wir uns nicht auf private Investoren als vermeintliche Heilsbringer verlassen, sondern müssen kommunal bauen!“