Von Trauer zu Wut zu Widerstand – Stärkung der queeren Community in Potsdam

Bei dem Anschlag auf den Berliner CSD wurde ein Mensch getötet, mehrere verletzt. Heute ist ein Tag der Trauer. Unsere Gedanken sind bei den Opfern, den Angehörigen und der gesamten queeren Community.

Die Fraktion Die Linke sieht wesentlichen Handlungsbedarf, die queere Community in Potsdam zu unterstützen.

Schon im Dezember 2025 hat die SVV auf Initiative der Fraktion Die Linke beschlossen, den Bewohner:innen des zerschlagenen queeren Wohnprojekts Benkertstraße 1 geeigneten Ersatzwohnraum bereitzustellen. Passiert ist bis heute: nichts.
„Das war ein konkreter Auftrag der SVV an die Oberbürgermeisterin. Der Beschluss ist bis heute nicht umgesetzt“, so Linker Stadtverordneter Tobias Woelki.
Im Juli 2026 hat die SVV, auf Antrag der Linken, zudem beschlossen, dass sich die Stadt zu einem queeren Jugendzentrum bekennt und die Oberbürgermeisterin bis November 2026 die Umsetzung vorlegen soll.
„Ein queeres Jugendzentrum ist ein Schutzraum, den es in ganz Brandenburg bisher nicht gibt“, erklärt Dr. Anja Günther, Mitglied der Linksfraktion. „Queere Jugendliche meiden reguläre Angebote, weil sie dort Diskriminierung und Ausgrenzung erleben. Diesen Termin im November werden wir einfordern und genau hinschauen, ob mehr passiert als beim Wohnprojekt.“
Für den Aktionsplan „Queeres Potsdam“ stehen 2026 gerade einmal 8.000 Euro zur Verfügung, für Sprachleitfäden, eine Straßenbahn-Kampagne und ein paar Bücher in der Bibliothek. Für Schutzräume oder den Jugendtreff: kein einzigen Cent. Die Linke fordert mindestens eine Verdopplung der Mittel im Haushalt 2027.
„Wenn Frau Aubel es ernst meint, dann soll sie liefern, statt zu reden. Ein Beschluss der SVV ist kein Vorschlag“, so Woelki abschließend. „Wir werden nicht lockerlassen, bis es endlich wieder ein queeres Wohnprojekt und überhaupt ein queeres Jugendzentrum gibt.“