Vonovia-Mieter:innen in Potsdam: Jetzt Abzocke-Fälle anonym melden
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Die Linke Potsdam ruft alle Vonovia-Mieter:innen in der Stadt auf, ihre Abzocke-Erfahrungen mit dem Konzern über das neue bundesweite Meldeportal der Partei einzureichen. Jedes Foto, jede Abrechnung, jedes Gedächtnisprotokoll hilft dabei, die systematische Abzocke des größten privaten Wohnungskonzerns Deutschlands öffentlich zu machen und politischen Druck zu erzeugen.
Schimmel im Bad, eine Heizung, die im Winter kalt bleibt, ein Aufzug, der seit Wochen kaputt ist und auf jede Schadensmeldung folgt: nichts. Das ist Alltag für Hunderttausende Mieter:innen bei Vonovia. Über 530.000 Wohnungen bundesweit, Milliardengewinne für Aktionäre, während Mieter:innen mit teils illegalen Mieterhöhungen, undurchsichtigen Nebenkostenabrechnungen und dauerhaft verschleppten Reparaturen kämpfen. Auch in Potsdam. Das Netzwerk „Stadt für alle” hat recherchiert, dass Vonovia gemeinsam mit seinen Tochter- und Beteiligungsgesellschaften in der Landeshauptstadt inzwischen knapp 4.000 Wohnungen hält und damit aller Wahrscheinlichkeit nach der größte private Vermieter der Stadt ist. Allein im Kirchsteigfeld gehören dem Konzern rund 1.600 Wohnungen, das sind rund 60 Prozent aller Wohnungen in diesem Stadtteil. Immer wieder gab und gibt es dort Beschwerden über fehlerhafte und überhöhte Betriebskostenabrechnungen, lange Heizungsausfälle mit anfälligen Provisorien und absolut mangelhafter Kommunikation zwischen Vermieter und Mieter. Und während Vonovia anderswo den Rückzug ankündigt, ist der Konzern in Potsdam weiter auf Expansionskurs: In Krampnitz entstehen über die Tochtergesellschaft BUWOG gerade die ersten Mietwohnungen zu Preisen, die weit über dem liegen, was einst versprochen wurde. Die Linke nimmt das nicht länger hin.
Alle Hinweise werden vollständig anonym behandelt. Ziel ist ein umfassendes Dossier, das Vonovia mit den eigenen Unterlagen überführt und das der Linken-Bundestagsfraktion als Grundlage dient, um politisch Druck zu machen: auf die Bundesbauministerin, auf Regulierungsbehörden, bis hin zur Überprüfung der Börsenzulassung des Konzerns.
Iris Burdinski, Co-Kreisvorsitzende der Linken Potsdam: „Vonovia behandelt Mieter:innen nicht als Menschen, sondern als Profitquelle. Im Kirchsteigfeld, in der Waldstadt, in Zentrum Ost, in Eiche, überall dasselbe Muster: überhöhte Betriebskosten, stillgelegte Aufzüge und monatelange Heizungsausfälle. Und Stadtverwaltung und Politik haben dem Konzern dabei jahrelang den roten Teppich ausgerollt, statt ihn zu kontrollieren. Damit muss Schluss sein. Wir fordern alle Potsdamer Vonovia-Mieter:innen auf: Meldet euch! Wir stehen an eurer Seite.”
Jörg Schindler, Co-Kreisvorsitzender der Linken Potsdam: „Vonovia setzt darauf, dass Mieter:innen aus Angst vor Kündigung oder Repressalien schweigen. Genau diese Angst wollen wir brechen. Dass der größte private Vermieter Potsdams seine Mieter:innen so abzockt und die Stadtverwaltung wegguckt, werden wir nicht akzeptieren. Das neue Meldeportal ist unser Werkzeug, und je mehr Menschen mitmachen, desto stärker wird der Druck. Also: Unterlagen einreichen und laut werden.”
Weitere Informationen zur Kampagne gibt es unter www.mietabzocke-stoppen.de/vonovia.

