Zwangsversteigerung in der Siefertstraße: Linke fordert Erwerb durch Stadt zum Schutz der Mieter:innen
Um die nach einer Zwangsversteigerung von Wohnungsverlust betroffenen Mieter:innen in der Potsdamer Siefertstraße zu schützen, fordert Die Linke die Landeshauptstadt Potsdam und die ProPotsdam auf, das Vorkaufsrecht im laufenden Verfahren zu prüfen und konsequent einzusetzen sowie die Immobilie zurückzukaufen und dauerhaft in kommunaler Hand zu halten. Darüber hinaus erneut die Fraktion, die Forderung, dass die ProPotsdam künftig kein Wohnungseigentum mehr veräußern darf – gleich in welcher Form und gleich an wen.
Dazu erklärt Dr. Anja Günther (Die Linke), Stadtverordnete Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Entwicklung des ländlichen Raumes:
„Die Zwangsversteigerung des Mehrfamilienhauses Siefertstraße 5-8 ist kein Unglück – sie ist das direkte Ergebnis einer verfehlten Privatisierungspolitik. Die Fraktion Die Linke fordert den Rückkauf der Immobilie durch die ProPotsdam und die konsequente Stärkung des kommunalen Vorkaufsrechts.
Wohnen ist ein Grundrecht. Die Mieterinnen und Mieter der Siefertstraße drohen die Zeche für eine verfehlte Privatisierungspolitik zu zahlen. Das ist nicht hinnehmbar.
Die Stadt hat diese Häuser damals weggegeben und schaut heute weg, wenn die Konsequenzen die Menschen treffen. Das ist keine Frage fehlender Zuständigkeit und kein Einzelschicksal – das ist das Scheitern einer Politik, die kommunales Wohneigentum als Verfügungsmasse behandelt hat.“
Hintergrund: Die Häuser in der Siefertstraße waren einmal städtisches Eigentum, verwaltet von der Gewoba – der Vorgängerin der heutigen ProPotsdam. Anfang der 2000er Jahre wurden sie, zusammen mit rund 100 weiteren Häusern, ohne öffentliche Ausschreibung und an den städtischen Gremien vorbei verkauft. Was folgte, war ein jahrzehntelanger Abstieg: Eigentümerwechsel, fehlende Sanierung, ein unerreichbarer Eigentümer – und nun die Zwangsversteigerung. Die Mieterinnen und Mieter stehen vor der realen Gefahr von Eigenbedarfskündigungen und dem Verlust ihrer Wohnungen.

